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Ans Meer

Kein Rauschen kündigt es an, keine große Welle, kein Sturm. Langsam spühlt es sich zurück ans Land, vage, zögernd, aber es kommt und die Ebbe zieht sich zurück. Irgendwann sind Wellen sichtbar, irgendwann das Wasser hörbar. Es ist zurück, das Meer.
Am Strand wurden die Beine vom langen, unbewegten Stehen taub und gaben nach. Die Hände gruben im Buchstabensand, gruben tiefer, tiefer, als würden sie einen Grund erreichen wollen. So vieles ist durch die Finger geronnen in all den Jahren, so viele Worte, so viele Sätze, so viel Sand. Doch was bringt uns die Wehmut? (Vieles. Oh, so vieles.) Sie bringt uns doch nichts. (Und bringt uns alles.)
Das Meer ist zurück. Stehen wir auf. Blicken wir nach vorn. Das Meer ist zurück und das Rauschen ist da. Werfen wir uns in die Fluten. Bannen wir die Sätze. Hören wir aufs Rauschen. Geben wir ihm Papier. Es wird Zeit für neue Worte. Es wird Zeit, das Meer ist wieder hier.
27.4.17 22:02
 


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