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Briefchen

Vierter Text.

Ich habe drei Texte angefangen. Fuite stand da. Flucht. Meine Gedanken sind wie immer im Frühling. Sie wirbeln um die französischen Plattenbauten und um Dich. Ich wollte kein Wort mehr verlieren, weil ich unsere Geschichte so oft wiederholte, jedes Detail niederschrieb. Jedes Schuldgefühl. Fast jedes Wort war in meinem Kopf. Auf der Festplatte sind so viele Texte. Gedankenfetzen. Verzweifelte Versuche, Dich zu behalten. Gedichte mit Metaphern. Ich habe Dich gelesen, Dich auf die Bühne gekotzt. Und so lange vermisst. Nun sind es drei Jahre ohne Dich und es ist, als wärst Du manchmal nur noch ein leises Geräusch, eine Erinnerung. Als hätte ich unsere Zeit nur geträumt. Ich bin in diesen drei Jahren rasend schnell erwachsen geworden. Ich dachte, ich würde Dich immer vermissen. Doch es hat größtenteils aufgehört. Nur manchmal ist es noch dort, das kleine subtlle Stechen in meiner Brust. Ich wollte nichts mehr schreiben, weil ich dabei pathetisch werde, manchmal traurig. Doch ich kann Dich nicht ganz streichen. Für die Dauer eines Textes, für den Atemzug der Erinnerung kehrst Du doch immer wieder zurück. Weniger präsent, wie ein ferner Traum aus einer anderen Welt. Da war ein Junge, erzählte ich neulich. Er hatte dieselbe Krankheit. Und er hatte sich leider. In mich verliebt.

31.3.11 19:32
 


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